liegt Steinbeck im Gebirge?
… diese Frage stellte ich mir im Laufe des gestrigen Sonntags. Die Antwort lautet: für einen Münsterländer definitiv „JA“. Aber ich möchte nicht vorgreifen.

Montag hatte meine Ruhewoche endlich ein Ende. Innerlich scharte ich mit den Hufen. Also nutzte ich diese Motivation aus und begab mich auf eine schnelle (wenn auch verhasste) Laufrunde. Es waren nur 10 km. Mir kam es auf den ersten drei Kilometern allerdings so vor, als ob es eine Odysse werden würde. Ich kam weder auf meine gewünschte Geschwindigkeit, noch pendelte sich meine Herzfrequenz auf der bekannten Höhe ein, Unwohl fühlte ich mich auch. Aber wie bei einem Diesel-Motor legte sich dieses Gefühl je länger es dauerte. Die Zeit war nicht gut, aber da kann man dran arbeiten.
Montag abend hat die Gruppe Triathlon beschlossen, dass dieses Jahr noch nicht zu Ende ist. Sonntag waren die anderen Drei noch beim 2.Sparda Münster Triathlon unterwegs gewesen. Sie hatten „Blut geleckt“. Deswegen haben wir uns für den Triathlon in Sassenberg am 02.08.09 angemeldet. Bis dahin sind es noch 5 Wochen. Also genug Zeit um nochmal das eigene Training voranzutreiben. So beschlossen wir, dass jetzt Dienstags und Donnerstags um 7.00 Uhr (das ist kein Schreibfehler) im Freibad Coburg geschwommen wird.
Das Wetter am Mittwoch war herrlich. Krise und ich trafen uns um 18.30 Uhr zum Tennis. Es war überhaupt nicht mein Tag. Krise fertigte mich klar und deutlich in zwei Sätzen ab. Das muss ich in der nächsten Woche ändern!
7.00 Uhr am Donnerstag morgen stand die Gruppe Triathlon vor der Coburg. Zwar war ich der Überzeugung, dass wir dort ziemlich alleine sein würden, da die Wiedereröffnung des Freibades aufgrund der Sanierung erst Montag war, aber da hatte ich mich getäuscht. Ca. 25 Schwimmer hatten ebenfalls den Weg hierher gefunden. Die Coburg besitzt 50 m Bahnen. Wunderbar. Man kommt ganz anders in den Rhythmus seines Kraularmzuges. Carsten, Martin, Karina und ich zogen bis zehn vor acht so unsere Runden. Duschen. Anziehen. Arbeiten gehen. Dieser Start in den Tag war ungewohnt. Trotzdem fand ich es gut. Alleine aufstehen ist schwerer ;.)
Der Streckentest der kleinen Runde des Sparkassen-Münsterland-Giros (03. Oktober) lockte Karina und mich am Freitagnachmittag aufs Rennrad. Klick hier.

Samstag hatten wir nur ca. 1h Zeit. Was also tun? Wir entschieden uns für eine Stunde Spinning Top Race bei David. Es war schwül. Aber im Spinning-Raum schien die Luft verschwunden zu sein. Habe auch lange nicht mehr so geschwitzt. David tat sein Bestes. Die Stunde wollte aber gefühlt nur langsam verstreichen.
Gestern dann durfte ich das erste Mal für meinen Triathlonverein am Ligabetrieb teilnehmen. Der Wettkampf fand in Steinbeck statt und sollte über die olympische Distanz gehen. Mein Weg führte mich von Münster Richtung Norden. In Ibbenbüren kam ich an die Ausläufer des Teuteburger Waldes. Noch dachte ich mir nichts dabei. Laut meinem Ausdruck aus Google-Maps musste ich von Ibbenbüren Richtung Recke fahren. Als ich dem Wegweiser Richtung Recke folgte, kam kurze Zeit später am Straßenrand ein Schild „Achtung Radrennen“. „Komisch, machen die hier Triathlon und Radrennen an einem Tag“, dachte ich bei mir. Hundert Meter weiter stand ein Schild, dass 12% Gefälle auswies. Nach ca. 2 Kilometern war ich dann in Steinbeck angekommen. Da war auch ein freundlicher Helfer vor Ort. Scheibe runter und neugierig gefragt: „Guten Morgen. Ist denn heute zeitgleich Radrennen und Triathlon?“.
Kurze Verwirrung im Gesicht meines Gegenüber: „Nee, heute ist nur Triathlon!“
„Aber auf dem Weg nach hier bin an einem Schild vorbeigekommen, da stand „Achtung Radrennen“ drauf.“
„Das stimmt!“
Jetzt war es an mir verwirrt zu gucken.
„Das Schild haben wir uns vom Radsportverein geliehen!“
Aus Verwirrung wurde Erstaunen. „Geht die Radstrecke des Triathlon den Berg rauf?“
„Klar, das ist der Steinbecker Berg!“
„Wie oft muss der denn auf der olympischen Distanz überquert werden?“
„3 mal.“
„Danke!“
Scheibe schnell hochgefahren. Weitergefahren. Kopf immer noch geschüttelt. Irgendwie hatte ich mir aufgrund der Streckenbeschreibung im Internet anderes vorgestellt. Aber jetzt war es auch zu spät um zu kneifen.

13.00 Uhr ging es dann für die Landesliga Nord auf die Reise. 1,5 km Schwimmen im Kanal. Meinen Rhythmus suchte ich auf den ersten 700 m vergebens. So kam es auch, dass ich mich am Ende des Feldes wieder fand, als es zum Wechsel ging. Schnell aufs Rad. Nach bereits einem Kilometer begann die Steigung zu Steinbecker Berg. Nix wurde aus dem Essen eines Gels. Das wollte ich mir für die Abfahrt sparen. Pustekuchen! Denn am vermeintlichen Gipfel machte die Straße einen 90° Knick und es ging noch weiter mit der Steigung. Längst nicht mehr so steil, aber trotzdem hoch. Geschwindigkeit und Essen, das ging nicht. Nach Kilometer sechs ging es runter. Also schnell ein Riegel gegessen. Was dann folgte war eine rasante Abfahrt nach Obersteinbeck. Mein Tacho zeigte 67km/h an. Sogar meine Laufräder summten. Das ging für ca. einen Kilometer so. Dann ging es wieder leicht hügelig zurück Richtung Steinbeck. In Runde zwei überholte mich kurz vor der Abfahrt die Führungsgruppe aus der NRW-Liga. So motiviert versuchte ich so lange als möglich dran zu bleiben. Meine Abfahrtgeschwindigkeit (und Tageshöchstgeschwindigkeit) waren 72 km/h. Jahresrekordverdächtig. Aber bei den Geschwindigkeiten darf auch nix schief gehen. Habe im Laufe des Radfahrens den Ein oder Anderen überholt. Wechsel. Und dann kommt es wieder. Geschwindigkeit sieht anders aus. Trotz des Gefühls das Letzte aus mir raus zu holen, bin ich eine Schnecke. Einer nach dem Anderen (den ich beim Radfahren noch überholt hatte) schiebt sich an mir vorbei. Am Ende stehen 1:03:34 fürs Laufen zu Buche. Das ist sogar für mich schlecht ;.)
Also heißt es ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN
7 comments 29. Juni 2009
die Leere danach….
konnte ich nicht füllen. Ich bin von Sonntag auf Montag krank geworden und auch die ganze Woche geblieben. Pech soweit. Erholung wäre aber sowieso der Hauptpunkt der vergangenen Woche gewesen.

Gestern fand dann der 2. Sparda Münster Triathlon statt. Und da durfte die „Gruppe Triathlon“ nicht fehlen. Carsten, Martin und Karina hatten hier Ihren ganz persönlichen Saisonhöhepunkt gelegt. Da ich Mitglied des ausrichtenden Vereins bin, war ich als Streckenposten auf der Radroute eingeteilt. Start/Ziel und die Wechselzone befanden sich innerhalb der OSMO-Hallen. Hierbei handelt es sich um 5 aneinanderliegenden ehemaligen Industriehallen. Hier ist allerdings von Freitag bis Samstag eine wahrhaft fantastische Arena entstanden. Athleten und Zuschauer sind in dieser einmaligen Kulisse voll auf Ihre Kosten gekommen. Jeder, mit dem ich sprach, war begeistert. Ein dickes Lob daher an das Orga-Team. Bei R11 (meinem Streckenpunkt) sah ich Carsten mit seinem Rad zuerst in die erste von zwei Runden einfahren. 5 Minuten später kam auch Martin und auch Karina nahte kurze Zeit später. Aus der Sicht des Zuschauers hatte ich einen Top-Platz. Denn bei meinem Streckenpunkt handelte es sich um eine T-Kreuzung. In eine Richtung kam man von Start/Ziel. In die nächste Richtung fuhr man in die Runde eine. Aus der letzten Richtung kam man aus der Runde wieder heraus und entschied sich dann für Runde zwei oder die Anfahrt des Radziels. Jeder Radfahrer der olympischen Distanz musste daher drei mal an mir vorbei.
Was da an Material vor meinen Augen her fuhr. Einigen war mein Neid sicher. Der Sound von Trispokes, Fourspokes und Scheiben…..ist schon geil und sieht auch Hammer aus…..nur auf Platz 75 liegend, sei die Frage gestattet, ob die 38 Sekunden Zeitvorteil auf 40 km, diesen Materialeinsatz wirklich rechtfertigen….
Bei den Teilnehmern der Volksdistanz dann ein gänzlich anderes Bild. Halt eine Veranstaltung für Jedermann. Und so wurde auch mit Jedermann-Rädern gefahren. Mountain-, Trekking- und City Bikes kamen hier zum Einsatz. Auch die Wettkampfkleidung bestand nur vereinzelt aus Einteilern. Eher Badehose und Rennradtrikot. So sah es recht bunt aus. Die Leute waren sehr nett. Die meisten bedankten sich bei uns. Als sie dann wieder an uns Richtung Start/Ziel fuhren, waren einige doch sehr gezeichnet. Aber bei den meisten stand der Spaß absolut im Vordergrund. Das fand ich auch gut so.

Zurück zur Gruppe Triathlon. Carsten hat mit einer Zeit von 2:22:43 h das Ziel erreicht. Misslich daran war nur, dass sein ChampionChip bereits seit dem Wechsel nach dem Schwimmen in der Wechselzone lag. Er wollte wohl nicht wechseln ;.) Martin kann mit einer Zeit von 2:36:23 sehr zufrieden sein. Karina und Martin waren zu Beginn des Jahres eher in die Gruppe „Nichtschwimmer“ einzuordnen. Um so mehr freut es mich, dass die Beiden jetzt so tolle Leistungen gezeigt haben. Karina hat mit einer Zeit von 2:54:32 ebenfalls Ihr Ziel erreicht. Sie wollte eine Zeit von unter 3h machen und das hat sie doch deutlich geschafft.

Das Alles kann aber nicht das Ende der „Gruppe Triathlon“ sein. Hier ist im Laufe des letzten halben Jahres doch mehr entstanden, als ein bloßer Zusammenschluss Gleichgesinnter. Hier sind vier Freunde entstanden. Und so haben sich die Vier auch schon ein neues Ziel gesucht. Der Triathlon in Sassenberg. Der wird am 02.08.09 stattfinden……dazu aber nächste Woche mehr….
Add comment 22. Juni 2009